Brief von Pfr. Dr. Achim Buckenmaier: |
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Kath. Pfarramt St. Ulrich 82432 Walchensee Herrn Bundespräsident Horst Köhler
die zwei kleinen katholischen Pfarreien St. Ulrich in Walchensee (Oberbayern) und St. Ambrosius in Hergensweiler (Kreis Lindau) mit ca. 400 bzw. 1200 Katholiken haben vom 4. bis 13 Februar 2005 eine Reise nach Israel veranstaltet, an der neunundvierzig Personen teilnahmen. Die beiden zur Diözese Augsburg gehörigen Pfarreien werden seit fast zwanzig Jahren von Priestern der "Katholischen Integrierten Gemeinde" - einer apostolischen Gemeinschaft aus Priestern und Laien in der Katholischen Kirche - geleitet und sind deswegen miteinander verbunden. Die Reise war seit ungefähr einem Jahr geplant - es war für uns aber eine außerordentliche Überraschung und Freude, dass wir einen Tag nach Ihrer Reise Israel besuchen konnten. Die Schwestern des Hospizes auf dem Berg der Seligpreisungen berichteten uns mit Stolz von Ihrem Besuch. Sie waren von Ihnen und Ihrer Frau sehr beeindruckt. Wir konnten ihnen bereits ein Photo aus einer deutschen Tageszeitung zeigen, das Sie und Ihre Frau vor der dortigen Kirche zeigt. In Yad VaShem bemerkten wir noch Ihren Kranz im "Tal der Gemeinden" Die Reise führte uns von Galiläa, wo wir neutestamentlichen Spuren folgten, aber auch eine Militärstation auf dem Golan besuchten, über das Jordantal bis nach Mitspe Ramon im Negev. Dort begegneten wir nicht nur den Wüstengeschichten des Exodus und der Landnahme, sondern mit Besuchen in den Kibbuzim Revivim und Sde Boker auch der Geschichte des modernen Israel. Während unseres Aufenthaltes in Jerusalem, im dritten Teil der Reise, wohnten wir bei katholischen Schwestern in Abu Gosh, einem arabischen Dorf, das seit fünfzig Jahren zu Israel gehört und ein beeindruckendes Beispiel des friedlichen und erfolgreichen Miteinanders von Arabern und Israelis ist. Durch ein nahes Haus des "Urfelder Kreises" - einer Begegnungsmöglichkeit der Katholischen Integrierten Gemeinde mit säkularen und religiösen Kibbuzniks - und die Abtei Abu Gosch französischer Benediktiner ist dort eine spannende Kommunikation entstanden, an der wir etwas teilhaben konnten. Ihre eindrucksvolle Rede in der Knesset am 2. Februar konnten wir am ersten Tag unserer Reise gemeinsam lesen und bedenken. Sie war uns eine Ermutigung und mit dem Ben Gurion zugeschriebenen Zitat auch eine zusätzliche Hilfe, Israel wahrzunehmen
Im Namen der Teilnehmer der Reise und der Pfarrer
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Antwort von Bundespräsident Horst Köhler: |
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Der Bundespräsident
Sehr geehrter Herr Pfarrer Dr. Buckenmaier, vielen Dank für Ihren lieben Brief. Ich habe mich gefreut, von Ihrer Reise nach Israel und dem Besuch bei den Schwestern des Hospizes auf dem Berg der Seligpreisungen zu hören. Wir schauen in diesem Jahr auf 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland zurück. Die gemeinsame Arbeit wäre lange nicht so erfolgreich verlaufen, wenn nicht viele persönliche Initiativen und Besuche zur gegenseitigen Annäherung beigetragen hätten. Nur so konnten sich viele Bürger Israels von der demokratischen Entwicklung in Deutschland überzeugen. Für uns Christen hat ein Aufenthalt in Jerusalem oder am See Genesaret eine besondere Bedeutung. Wir nehmen die Spuren Jesu Christi auf und entwickeln einen eigenen Zugang zu unseren Wurzeln im Judentum. Ich begrüße es deshalb sehr, dass Sie gemeinsam mit der Gemeinde St. Ambrosius in Hergensweiler eine Reise nach Israel organisiert haben. Bitte grüßen Sie alle, die mitgefahren sind, recht herzlich von mir. Mit freundlichen Grüßen
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